Sandra Rebok

Willkommen auf meiner persönlichen Webseite!

Als europäische Wissenschaftshistorikerin, deutscher Herkunft und mit Wohnsitz in Spanien, habe ich ein besonderes Interesse an der transatlantischen wissenschaftlichen Zusammenarbeit im 19. Jahrhundert und möchte die spezifischen Verbindungen zwischen der amerikanischen und europäischen Wissenschaftsgemeinde verstehen.

Nach meinem Studium der Ethnologie und Soziologie habe ich vorwiegend auf dem Gebiet der Geschichte der modernen Wissenschaft gearbeitet, indem ich Forschung betreibe, die sowohl die Grenzen von Nationen und Disziplinen überschreitet, während ich die Netzwerke und den intellektuellen Austausch untersuche, der sich in Europa und Amerika nach der Französischen Revolution entwickelt hat. Mein Zugang zur Wissenschaftsgeschichte hat zugleich eine soziale, kulturelle und intellektuelle Ausrichtung. Im Mittelpunkt meines Tuns steht das Verständnis von Wissenschaft als einem Wissenskörper, der über und zwischen Imperien und Kolonien, Europa und Amerika, sowie einer akademischen Kultur und populäreren Milieus vermittelt wird.

Im Einklang mit dieser Herangehensweise war es mir immer ein Anliegen, Entdeckungsreisen als eine Form der Wissensproduktion zu betrachten, ebenso wie internationale Formen der wissenschaftlichen Zusammenarbeit als Vehikel für die Verbreitung von Wissen in größerem Maßstab. Die kosmopolitische Komponente der Wissenschaft jenseits nationaler Grenzen und der internationale Austausch von Wissen und Ideen sind daher für mich von besonderem Interesse.

Auch meine eigene Ausbildung hatte eine kosmopolitische Ausrichtung, sie vollzog sich in mehreren europäischen Ländern, mit längeren Aufenthalten in verschiedenen Gegenden Amerikas: Meine Promotion erfolgte an der Universität Heidelberg, nachdem ich auch an der Universidad Pontificia de Salamanca in Madrid und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris studiert hatte. Von 1998 bis 2016 arbeitete ich beim Consejo Superior de Investigaciones Científicas in Madrid, während mir diverse bedeutende Stipendien es mir ermöglicht haben, meine Forschung in Deutschland, Spanien, Frankreich, den USA und Lateinamerika durchzuführen. Die Resultate meiner Arbeit wurden auf Deutsch, Spanisch, Englisch und Französisch veröffentlicht; seit 2000 habe ich an 42 Konferenzen teilgenommen und 44 Vorträge in 19 verschiedenen Ländern in Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika und Australien gehalten. Dank dieser transnationalen Erfahrungen und der Vertrautheit mit akademischen Gemeinschaften auf beiden Seiten des Atlantiks wurde ich herausgefordert, die Überschneidung lokaler Kulturen oder Gesellschaften und die Entwicklung der Wissenschaften zu überdenken. Das Studium historischer Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln im Kontext der transnationalen Wissenschaft hat meine Arbeit erheblich beeinflusst und mir einen großen intellektuellen Nutzen gebracht. Im Rahmen meiner Forschung bin ich mir auch über die Bedeutung von Wissenschaftspopularisierung  bewusst und daher auch mit Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit vertraut, wie beispielsweise Ausstellungen, Vorträge, Publikationen, Workshops und Dokumentarfilme, die sich an ein allgemeines Publikum richten.

Ein Großteil meiner Arbeit in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich auf die Person und das Werk von Alexander von Humboldt konzentriert, aufgrund seiner herausragenden Bedeutung als Kosmopolit innerhalb der europäischen Wissenschaft nach 1800, als jemand, der sich vor seiner Reise in die spanischen Kolonien in der Neuen Welt mit dem spanischen Geistesleben vertraut gemacht hat, von wo er sich in die Vereinigten Staaten begab, der Nation, die sich als idealer Ort für die Umsetzung der Humboldtschen Wissenschaft herausstellte. In diesem Zusammenhang zeichnet sich der preussische Gelehrte als eine Art Schlüsselfigur für kollaborative und offene Wissenschaft aus – und damit für diese Art der internationalen und interdisziplinären Erforschung der Globalisierung des Wissens.